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Ausführlicher Bericht zur German Darts Trophy 2010

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altMit der German Darts Trophy fand in Bad Nauheim das letzte PDC Europe Event des Jahres statt. Die Bühnenspiele wurden im Theatersaal des Dolce Hotels ausgetragen, ein bisher einmaliges Ambiente für eine Dartveranstaltung in Deutschland.






Andree Welge zieht in das Halbfinale ein



Die größte sportliche Sensation des Wochenendes war aber der Einzug von Andree Welge in das Halbfinale am Samstag. Noch nie zuvor stand bei einem Event der PDC Europe ein deutscher Spieler in der Vorschlussrunde auf der Bühne.



Andree Welge war nach Michael Rosenauer, der vor zwei Jahren in Las Vegas den dritten Platz belegte, erst der zweite Deutsche, dem so ein Kunststück gelang. Für die Spieler aus dem Bereich der PDC Europe ging es an diesem Wochenende auch um die Vergabe der Wildcards für die World Darts Championship.



Umso imponierender die Leistung von Welge, der unter dem Druck der WM-Qualifikation so ein grandioses Turnier spielte. In der ersten Runde gewann der Bremer sicher mit 6:1 gegen den Schweden Par Riihonen, der sich auch noch leichte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme gemacht hatte.



altDa Phil Taylor, James Wade und Raymond van Barneveld nicht für das Turnier gemeldet hatten war Adrian Lewis der am besten in der PDC Order of Merit platzierte Spieler, der in Bad Nauheim anwesend war. Und genau auf diesem Adrian Lewis traf Andree Welge in der zweiten Runde.



Welge setzte hier dann das erste Ausrufezeichen und gewann gegen "Jackpot" mit 6:3. Es folgte ein sicheres 6:2 gegen Matt Clark und nach einem 6:4 über Andy "The Hammer" Hamilton stand Welge im Viertelfinale. Sein Gegner war dort Gary Anderson, der ebenfalls ein starkes Turnier spielte, doch auch der Schotte unterlag Welge knapp mit 5:6.



Kampf um die Top 4 in der EOoM



Neben Andree Welge kämpften noch einige weitere deutsche Spieler um ihre WM-Teilnahme. Die besten Voraussetzungen hatte Bernd Roith, der nach der geglückten Qualifikation für die European Championship nun auch kurz vor dem Sprung nach London stand.



Roith erreichte sicher die zweite Runde, unterlag dort aber Gary Anderson mit 0:6. So sammelte der Tübinger zwar erneut etwas Preisgeld, doch für eine endgültige Qualifikation reichte es noch nicht.



altAlle anderen deutschen Hoffnungen wie Marko Puls, Michael Rosenauer oder Tomas Seyler konnten an diesem Tag leider nicht maßgeblich punkten und mussten nun auf den Sonntag bauen. Der amtierende deutsche Meister Jyhan Artut hatte leider kurzfristig seine Teilnahme in Bad Nauheim abgesagt.



Whitlock an 1 gesetzt



An beiden Veranstaltungstagen war der Australier Simon Whitlock als Führender in der Players Championship Order of Merit an 1 gesetzt. Durch Erfolge über Johnny Okken und Alan Tabern erreichte Whitlock dann auch das Viertelfinale, wo er knapp mit 6:5 gegen Mark Walsh gewann.



Alle vier Partien der Letzten 8 gingen über die komplette Distanz von 11 Legs. In der Partie zwischen Richie Burnett und Colin Osborne wurde der Halbfinalgegner von Simon Whitlock ausgespielt und hier setzte sich der Waliser Burnett knapp durch. Sein Landsmann Mark Webster gewann gegen Dennis Smith und war somit der nächste Gegner von Andree Welge.



Das erste Halbfinale bestritten aber Simon Whitlock und Richie Burnett. Burnett, der "Prince of Wales" hatte seine beste Phase Mitte der 90er Jahre, als er zu den besten Dartspielern der Welt gehörte und dies mit dem Weltmeistertitel der BDO 1995 auch unterstrich.



Das erste Leg im Halbfinale ging allerdings an Whitlock, der gleich einen 12-Darter zum Break spielte. Burnett glich sofort aus und holte sich im dritten Leg erstmals die Führung. Whitlock konnte zwar noch einmal ausgleichen, doch in den nächsten Legs ließ er etwas nach und verpasste auch seine Chancen auf Doppel.



altBurnett nahm die Gelegenheit wahr und holte sich vier Legs in Folge zum doch unerwarteten Finaleinzug. Ganze acht Jahre musste Burnett auf ein Finale bei einem PDC Event warten. Das war aber nicht das letzte Duell der Beiden an diesem Wochenende.



Die große Chance des Andree Welge



Unter dem Jubel der Fans kam nun Andree Welge zu seinem Halbfinale gegen Mark Webster auf die Bühne. Das erste Leg ging an den Waliser, doch Welge gewann zwei Legs in Folge und meldete sich mit der Unterstützung der Zuschauer in der Partie an.



Webster holte sich die nächsten beiden Legs und führte somit mit 3:2. Welge schaffte ein 107er Finish zum Ausgleich und nachdem der Bremer die nächsten beiden Legs zum 5:3 gewinnen konnte, lag die Sensation in der Luft. Webster verkürzte auf 4:5, doch nun durfte Welge das zehnte Leg eröffnen.



Bei 91 Rest hatte Welge einen Matchdart auf das Bullseye, doch er vergab knapp und musste dann mit ansehen, wie Mark Webster seinen letzten Dart in die Doppel 12 zum 5:5 setzte. Nun lag der Vorteil beim Waliser, der das letzte Leg eröffnen durfte und er nutzte dies auch.



altMit einem sicheren 13-Darter holte er sich die Finalteilnahme. Es gab trotzdem tosenden Applaus für Andree Welge, der knapp die erste Finalteilnahme eines Deutschen verpasst hatte. Welge konnte sich aber mit der nun nahezu sicheren WM-Teilnahme trösten, mit dem dritten Platz hatte er in der European Order of Merit einen großen Schritt nach vorne gemacht.



Finale ohne englische Beteiligung



Das Finale war nun fest in walisischer Hand. Im Duell der ehemaligen BDO-Weltmeister, Webster gewann 2008 den Titel, hatte Burnett den besseren Start und er führte auch mit 4:2. In den nächsten vier Legs vergab Burnett dann aber seine Chancen auf ein weiteres Leg und Webster konnte die Partie drehen. Mit 6:4 holte sich Mark Webster seinen ersten Titel bei der PDC, das Comeback von Richie Burnett war somit nicht mit einem finalen Erfolg gekrönt.



Glückliches Ende für Mensur




Die wichtigste Frage am Sonntag war dann, wer sich nach dem Spanier Antonio Alcinas noch eine Wildcard für Weltmeisterschaft sichern könnte. Alcinas hatte schon vor der German Darts Trophy einen so großen Vorsprung in der PDC European Order of Merit, dass er in Bad Nauheim auch durch zwei Nullrunden nicht in Gefahr geriet.



altDie zweite Wildcard hatte sich Andree Welge am Vortag schon gesichert und so waren noch zwei Plätze zu vergeben. Vor dem Turnier am Sonntag hatten Bernd Roith und Mensur Suljovic die besten Karten und Beide verteidigten ihren Anspruch dann auch.



Roith gewann seine wichtige Auftaktpartie knapp mit 6:5 gegen Dave Ladley und stand nach einem 6:2 gegen Peter Wright in der dritten Runde. Zu diesem Zeitpunkt konnte er dann beruhigt in die Partie gegen Gary Anderson gehen. Roith unterlag wie am Vortag deutlich, dieses Mal mit 1:6, doch seine erste WM-Teilnahme konnte ihm zu diesem Zeitpunkt niemand mehr nehmen.



Mensur Suljovic hatte in der ersten Runde 6:1 gegen Arron Monk gewonnen, nach einem 3:6 gegen den Nuland-Sieger Steve Farmer musste er nun aber zittern. Mit Roland Scholten, Johnny Okken und Kim Huybrechts konnten ihm noch drei Spieler gefährlich werden, doch spätestens nach dem 4:6 von Scholten gegen Mark Webster in der dritten Runde konnte sich der Österreicher über eine weitere WM-Teilnahme freuen.



Für Moers ist Spannung angesagt



Die leichten Hoffnungen, nach Andree Welge und Bernd Roith noch einen weiteren deutschen Spieler unter die Top 4 zu bekommen, platzten relativ früh an diesem Tag. Damit wird es in knapp einem Monat bei der 2. Deutschen Meisterschaft der PDC Europe in Moers richtig spannend werden, wenn die deutsche Wildcard für einen Platz in der Vorrunde der WM ausgespielt wird.



altAndree Welge konnte den Sonntag beruhigt angehen, er erreichte die zweite Runde, unterlag dort aber Kevin McDine mit 4:6. Im Achtelfinale trafen dann erneut Mark Webster und Richie Burnett aufeinander und Burnett schaffte die erfolgreiche Revanche mit 6:3.



Es folgte ein knappes 6:5 gegen Andy Jenkins und somit stand der Waliser ein zweites Mal im Halbfinale. Dort traf er dann auf Gary Anderson, der zuvor gegen Co Stompé und Tony Eccles gewann. Simon Whitlock traf wie am Vortag auf Mark Walsh und er wiederholte seinen Erfolg mit einem 6:3 Sieg.



Whitlock dieses Mal erfolgreicher



Der Australier spielte dann auch das erste Halbfinale und traf dort auf Ronnie Baxter, der Jamie Caven im Viertelfinale ausgeschaltet hatte. "The Rocket" holte sich das erste Leg, doch Whitlock antwortete mit Bullfinishes von 121 und 130 auf dem Weg zu einer 4:1 Führung.



Baxter konnte zwar noch zweimal verkürzen, dem "Wizard" reichte der Vorsprung aber zum 6:3 Erfolg. Gary Anderson eröffnete das zweite Halbfinale, der Schotte kam aber schlecht in die Partie und so schaffte Burnett gleich ein Break. Der Waliser breakte noch ein weiteres Mal und beim Stand von 4:1 schien die Vorentscheidung gefallen zu sein.



Doch Anderson holte sich zwei Rebreaks und glich die Partie doch noch zum 4:4 aus. Er hatte nun den Vorteil auf seiner Seite, nach drei Legs in Folge durfte Anderson dann das neunte Leg eröffnen. Beide Spieler vergaben nun Darts auf Doppel, letztendlich drehte Burnett die Partie doch noch einmal. Er traf die Doppel 4 zum 5:4 und nach einem 13-Darter stand er ein weiteres Mal in Bad Nauheim im Endspiel.



Burnett im Finale zu sicher auf das Bullseye



Das Halbfinale hatte Burnett gestern noch gewonnen gegen Simon Whitlock und auch dieses Mal führte er nach dem ersten Break mit 2:1. Der "Wizard" legte aber sofort nach und holte sich die nächsten beiden Legs zur erneuten Führung.



altEs blieb aber weiterhin spannend, denn Burnett warf ein 123er Bullfinish zum 3:3 und glich zwei Legs später mit einem 81er Finish erneut aus. Im neunten Leg hatte der Waliser dann sogar die Chance, ein zweites Mal in Führung zu gehen.



Bei 61 Rest versuchte er die 25 zu treffen. Wie ein paar Legs zuvor bei 65 Rest traf er auch dieses Mal das Bullseye und so hatte er, nachdem er die einfache 3 getroffen hatte, einen Dart auf Doppel 4 zum 5:4. Er verpasste jedoch knapp und musste mit ansehen, wie Simon Whitlock bei 92 Rest die 25, die Treble 17 und die Doppel 8 traf.



Im zehnten Leg traf Burnett dann eine fatale Fehlentscheidung. Whitlock stand auf 160 Rest und Burnett fühlte sich bei 121 Rest wohl zu sicher. Er traf die Treble 20 und hatte damit 61 Rest. Eine einfache 11 hätte ihm einen sicheren Legdart garantiert, doch er entschied sich einmal mehr für den Weg, mit dem zweiten Dart über das Bullseye zu gehen.



altUnd erneut war er zu zielsicher und traf die Mitte des Dartboard genau, somit konnte er sich nur auf 8 Rest stellen. Was hat Richie Burnett am Ende daraus gelernt? Nehme immer den sicheren Weg, wenn dein Gegner Simon Whitlock heißt und dieser auf 160 Rest steht.



Simon die neue Nr. 4



Der Australier blieb nämlich cool und traf nach zweimal Treble 20 souverän die Doppel 20 zum Titelgewinn. Für Simon Whitlock war es nach der Austrian Open der zweite Erfolg in diesem Jahr bei einem PDC Europe Event. Mit seinem sechsten Titel auf der Pro Tour kletterte Whitlock darüber hinaus auch erstmals auf Platz 4 in der PDC Order of Merit.



Richie Burnett spielte ein sehr gutes Wochenende, war dann am Ende aber doch etwas geknickt über die erneute Finalniederlage. Als Trost ist aber auch er in diesem Jahr über die Players Championship Order of Merit mal wieder bei der World Darts Championship dabei.



Ausblick auf 2011



Das nächste Event der PDC Europe steht Ende Januar in Halle/Westfalen auf dem Programm, wenn zum vierten Mal die German Darts Championship ausgetragen wird und der Kampf in der European Order of Merit bei Null beginnt.




Ergebnisse vom Samstag




Ergebnisse vom Sonntag




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