Die PDC UK Open 2013 wurden einmal mehr zu Taylor-Festspielen und der Rückkehr von The Power in die Weltspitze.
Nach seinem WM-Titel musste Phil Taylor nun fast ein halbes Jahr auf seinen nächsten Einzeltitel warten und der einstige Seriensieger musste in dieser Saison schon 14 teilweise bittere Niederlagen einstecken.
Er musste mit ansehen, wie Michael van Gerwen die Rolle des Platzhirsches übernahm und von Erfolg zu Erfolg zog. Nun war es an der Zeit, ein Zeichen zu setzen.
Erstmals in der elfjährigen Geschichte der UK Open musste Taylor, immerhin viermaliger Champion, aufgrund einer schlechten Qualifikation am Donnerstag antreten. Doch bereits vom ersten Dart an zeigte The Power, dass der Titel in diesem Jahr nur über ihn zu vergeben ist.
In jeder Partie warf die Nr. 1 der PDC einen dreistelligen Average. Spätestens nach dem vorgezogenen Endspiel und dem 10:7 gegen Michael van Gerwen waren alle Zeichen auf Sieg und Titel Nr. 5 ausgerichtet.
Peter Wright im Halbfinale und Andy Hamilton im Finale konnten Taylor nie so richtig in Gefahr bringen. Der Finaltag der UK Open begann mit dem Viertalfinale am Nachmittag und die Fans sollten auf ihre Kosten kommen.
Barney eröffnete gegen Ronnie Baxter und führte schnell mit 3:0. The Rocket antwortete mit fünf Legs in Folge und er hielt seinen Vorsprung auch bis zum 8:6. Zum Entsetzen seiner Fans vergab Baxter vier Darts zu einer möglichen Vorentscheidung und Barney traf die Doppel 4 zum 7:8.
Der Niederländer nutzte seine Chance, ließ einen 13er zum Ausgleich folgen und nach Scores von 180 und 177 holte er sich die Führung zurück. Barney hatte im achtzehnten Leg den ersten Matchdart, traf die Doppel 16 aber nicht und so musste das letzte Leg entscheiden.
Dort hatte dann Ronnie Baxter seine große Chance auf das Halbfinale, doch er verpasste bei 70 Rest die Doppel 16 deutlich. Barney traf die Doppel 8 und spielte sich in das Halbfinale. Es ging so spannend und hochklassig weiter.
James Wade führte mit 3:1 gegen Andy Hamilton, der dann zum 5:5 ausgleichen konnte. Bis zum 8:8 ging The Hammer nun stets in Führung und Wade glich aus. Im siebzehnten Leg verpasste James Wade die Doppel 20 zum Break und Hamilton schlug mit einem 84er Bullfinish zu.
Wade vergab im nächsten Leg zwei weitere Darts auf Doppel 20 und wurde einmal mehr bestraft. Andy Hamilton beendete eine starke Leistung und der dritte Dart ging in die Doppel 10 zum Sieg. Phil Taylor und Michael van Gerwen legten dann, was den Average betraf, noch einen drauf.
Mighty Mike warf 101,67 und hielt nach einem 2:4 Rückstand die Partie bis zum 6:6 offen. Dann nutzte Taylor eine kleine Schwächephase, wenn man das bei diesem Niveau überhaupt so nennen kann, und holte sich drei Legs in Folge zum 9:6.
Am Ende warf Taylor einen Average von 106,56 und er schaffte es endlich mal wieder, sich gegen Michael van Gerwen durchzusetzen. Bis zum 8:1 und 9:2 zeigte Peter Wright eine seiner besten Leistungen vor laufenden Kameras.
Doch so kurz vor Sieg wurden seine Arme etwas schwer und Adrian Lewis fand nun endlich zu der von ihm so benötigten Lockerheit. Jackpot holte Leg um Leg auf und verkürzte auf 6:9. Nach einem verpassten 114er Finish von Lewis traf Wright dann mit seinem vierten Matchdart die Doppel 20.
Gegen Phil Taylor im Halbfinale zeigte Snakebite weiterhin eine kämpferische Leistung, doch gegen den Average von 106,84 und einen Taylor in bester Spiellaune war nichts zu holen. Zuvor musste Raymond van Barneveld mal wieder über die komplette Distanz gehen und dieses Mal ging es nicht gut aus für den Niederländer.
The Hammer warf ein 91er Finish zum 12-Darter und ging mit einem Break 9:8 in Führung. Im nächsten Leg war sich Hamilton nach Scores von 180 und 139 etwas zu sicher. Bei 66 Rest und noch zwei Darts in der Hand ging Hamilton nicht über 16 und Bullseye sondern versuchte sich an einer Treble 10.
Er wähnte Barney weit genug weg, traf eine einfache 10 und warf den dritten Dart zu locker in Richtung 16. Statt einer einfachen 16 traf er die 7 für 49 Rest und Barney stellte sich auf 100. Nun hatte Hamilton nur zwei, statt drei Matchdarts und er vergab sie beide hauchdünn.
Barney checkte seine 100 Rest und hatte nun den Moment auf seiner Seite. Doch zum Entsetzen seiner Fans vergab Barney unglaubliche sechs Matchdarts und so warf sich doch noch Andy Hamilton in das Finale.
Das Finale wurde dann im Gegensatz zu nahezu allen anderen Partien an den letzten beiden Tagen eine schnelle und einseitige Angelegenheit. Taylor spielte einmal mehr nahezu fehlerfrei und das 11:4 mit einem Average von 107,04 und einer Doppelquote von 58% unterstrichen das perfekte Wochenende von Phil Taylor, nun fünfmaliger UK Open Champion.
Speedy Services UK Open
Viertelfinale
Raymond van Barneveld 10-9 Ronnie Baxter
Andy Hamilton 10-8 James Wade
Phil Taylor 10-7 Michael van Gerwen
Peter Wright 10-6 Adrian Lewis
Halbfinale
Raymond van Barneveld 9-10 Andy Hamilton
Phil Taylor 10-5 Peter Wright
Finale
Andy Hamilton 4-11 Phil Taylor



Phil Taylor stand im Achtelfinale der PDC UK Open kurz vor dem Aus. Brendan Dolan hatte drei Matchdarts gegen The Power, bevor dieser sich doch noch durchsetzen konnte.
Erstmals in der Geschichte der PDC UK Open musste Phil Taylor bereits am ersten Tag antreten.
Jamie Caven hat die Abwesenheit der PDC Top 8 genutzt und das seltene Kunststück geschafft, zwei Pro Tour Events an einem Wochenende zu gewinnen.
Was für eine Woche für Michael van Gerwen! 







